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Flucht nach Aschkelon (zum Download hier klicken)

Flucht nach Aschkelon

Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

Zusammengereimt von Hans Georg Bidder

aufgeschrieben von Erika Bidder

Foto: H.G. B.

Christrose

(Helleborus Orientalis)

2017

Aschkelon° ist eine kleine Küstenstadt in

der Nähe von Gaza.

Aschkelon war die erste Station der

Heiligen Familie auf der Flucht nach Ägypten.

Sie blieb dort ein halbes Jahr.

(Nachzulesen in dem „Armenischen

Kinderevangelium.“)

Zur Zeit der Geburt von Jesu Christ gehörte

Palästina zur römischen Provinz Syrien.

 

                   °für Aschkelon gibt es verschiedene Schreibweisen

Syrien jetzt und damals

Oh Syrien, du schönes Land

wie bist du so geschunden?

Hat dir der tiefe Bruderkrieg

geschlagen solche Wunden?

Die stolzen Städte liegen tot,

sind lauter Schutt und Asche.

Viele flüchten aus der Heimat.

Nur Hoffnung in der Tasche.

Die Feldflur ist ganz öd und leer,

Weg und Stege sind vermint,

überfüllt die Flüchtlingslager.

Hat ein Volk das je verdient?

Einstmals in der Zeit der Römer,

Zwei mal tausend Jahre her,

Syrien hat höchstes Ansehen

und ein sieggewohntes Heer.

Und der Rauch steigt in den

Himmel,

große Opfer, reiches Land.

Unterm Schutze der Legionen

siedeln kann hier Jedermann.

Syrien wächst in jenen Tagen.

Jetzt ist ganz Judäa dran.

Fern in Rom ist man begeistert

schickt sogleich den besten Mann.

Quirinius, so nennt sich dieser,

ist im Adel unbekannt,

trotzdem macht er schnell

Karriere

durch des Kaisers schützend Hand.

In den Kreisen der Besetzer

hat man es sogleich gewußt,

dass nur das er nehmen würde,

was allein des Kaisers ist.

Quirinius und seine Taten

wären heuer längst verblaßt,

wär da nicht die Bibelstelle,

welche Lukas hat verfaßt:

„Es begab sich aber zu der Zeit,

dass ein Gebot von dem Kaiser

Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.

Und diese Schätzung war die allererste

und geschah zu der Zeit, da Quirinius

Landpfleger in Syrien war.“

Volkszählung

Roms Legionen siegen weiter.

Die Verwaltung hat es schwer.

Keiner weiß die Zahl der Bürger,

da muß eine Zählung her.

Das Projekt hat hohen Aufwand

wird gehaßt von Jedermann.

Fast kommt es zu einem Aufstand,

den man noch verhindern kann.

Doch Quirius ist nicht unklug

legt sich nicht mit Kaisers an.

Liefert pünktlich seine Zahlen,

dass man Steuern ziehen kann.

Jeder muß sich dortens melden,

wo einst seine Wiege stand,

wo die Vorfahrn sind zu Hause,

weiter Weg zum Herkunftsland.

Für ein Paar aus Galiläa

trifft das ganz besonders zu.

Müssen 160 km laufen

erst in Bethlehem ist Ruh.

Bethlehem und Christi Geburt

In der Stadt sind Musikanten,

alle Betten sind belegt,

nur ein Heuhotel ist übrig,

aber ziemlich ungepflegt.

Hier, in dieser Notbehausung,

grad so hat es Gott gewollt,

wird das Jesus Kind geboren,

alle Welt ihm Ehrfurcht zollt.

Auch Maria wird gefeiert,

lächelt sogar ab und an.

Ihre Niederkunft war schwierig,

Josef hilft so gut er kann.

Selbst der Himmel ist beteiligt

zündet nachts ein Feuer an,

so dass jeder treue Pilger

auch die Krippe finden kann.

Jenes Licht über Judäa

„Stern von Bethlehem“ genannt,

hat die tolle Leuchtentwicklung

durch ’ne Konjunktion° erlangt.

° Annäherung von 2 Planeten,

sieht aus wie ein großer Stern

Diese Stellung der Planeten

zeigt ganz ohne Zweifel an,

dass ein kleines Kind geboren,

welches König werden kann.

Drei gelehrte Astronomen

haben dieses gleich erkannt

und sind ohne lang zu warten

auf das Sternlicht zugerannt.

Nur die Hirten auf dem Felde

sind noch etwas eher dort,

huldigen dem kleinen Jesus

wollen gar nicht wieder fort.

Alle wollen es gleich wissen,

wo zu finden ist das Kind?

Auch Herodes zeigt Interesse

macht ’ne Suchaktion geschwind.

Doch zum Glück kann er nichts finden,

denn er hat nichts Gutes vor,

will ermorden unser Christkind,

Bethlehem macht zu das Tor!

Kindermord

Der Herodes ist ein König,

der sich Großer König nennt.

Dabei hat er nichts zu sagen,

nur was die Besatzung kennt.

Dieser König ist sehr ängstlich

stets besorgt um seinen Thron.

Was wird dann mit ihm wohl werden,

wenn zum Mann wird Gottes Sohn?

Hierzu hat der Judenkönig

nur ‚ ne einzige Option.

Alle Knaben sind zu töten,

welch ein Frevel, welch ein Hohn.

Wieviel Knaben bis zwei Jahren

hat der Henker liquidiert?

Jeder Forscher sagt was anderes,

man ist völlig irritiert.

Manche finden in den Schriften

viele hundert sei die Zahl,

das ist maßlos übertrieben

doch entspricht der Mütterqual.

Flucht nach Aschkalon

Kaum hat unser „Heil Der Welt“

auch das Licht der Welt erblickt,

da beginnt schon die Verfolgung.

Ist die Menschheit ganz verrückt?

In der Heiligen Familie

wächst die Angst um Jesu Christ.

Nur schnell weg aus einem Lande,

wo ein Mörder König ist.

Einfach „Weggemacht“das geht nicht,

gut geplant muß alles sein.

Das ist Josefs große Stunde,

setzt sich unwahrscheinlich ein.

Jeder Schritt der Vorbereitung

darf bloß nicht nach Flucht aussehen.

Denn Herodes Auftragskiller

können keinen Spaß verstehn.

Alsbald drängt Josef zum Aufbruch,

mitten in der dunklen Nacht.

Jupiter ist noch geblieben,

wandert mit und hält die Wacht.

Zuerst geht es durch die Berge.

Das ist ziemlich unbequem,

aber langsam wird es flacher,

und das Meer ist schon zu sehen.

Jetzt nur noch ein paar von Meilen

und sie sind in Aschkelon.

Keiner kennt sie, keiner fragt sie.

Es geht auf die güldne Sonn.

„Es ist schön hier,“ sagt Maria:

„Warum kehren wir nicht ein?“

Josefs Antwort ist pragmatisch.

„Ja, vielleicht, vielleicht auch nein.“

Schnell ist er im Amt des Flüchtlings

und bringt gute Nachricht heim.

Aschkelon und die Umgebung

sind des Kaisers Länderreihen.

Kindesmord ist hier verboten.

Augustus wird es niemals tun.

Josef lacht, Maria lächelt.

Es wird Zeit sich auszuruhen.

Gut lebt’s sich im Küstenstädtchen,

Jesulein wächst prima auf.

Josef spricht nicht mehr von Umzug.

Alle drei sind sehr gut drauf.

Lange bleibt es kein Geheimnis:

In der Stadt ist Gottes Sohn!

Ist noch klein, aber schon mächtig,

kleine Wunder schafft er schon.

So was spricht sich rum im Lande,

kommt auch in Judäa an,

landet in der Fahndungsliste,

darauf wartet der Tyrann.

Langsam wird es Josef brenzlich,

Bethlehem ist viel zu nah.

Müssen Aschkelon verlassen,

das, obwohl noch nichts geschah.

Wieder heißt es Sachen packen,

Ost-Ägypten ist das Ziel.

Spät erreichen sie noch Rafah

und erhalten dort Asyl.

In Ägypten ist man freundlich

und liebt gleich das Jesuskind.

Keiner weiß es zu erklären,

woher solche Augen sind.

Doch die Heilige Familie

findet keine rechte Ruh,

in dem Land der Pharaonen

gehen oft die Herzen zu.

Alle möchten schnell nach Hause

wenn Herodes ist davon.

Und Maria freut sich leise:

Wiedersehen mit Aschkelon.

Heimkehr nach Nazareth

Als Herodes dann gestorben,

war Judäa wieder frei.

Aber Josef ist noch skeptisch,

wie verlockend es auch sei.

Denn ein Sohn des alten Königs

führt das Blutvergießen fort.

Da entschied sich die Familie

für die Variante Nord.

Nazareth, du schönes Städtchen,

auf der ganzen Welt bekannt.

Hier wird die Familie bleiben,

alle Fluchtangst ist verbannt.

Viele gute Nazarener,

ob nun groß oder auch klein,

freuen sich ganz übermächtig

Christus wird ihr Heiland sein.

Jesus ist nun schon ein Kleinkind,

freut sich über jeden Tag.

Spielt mit aller Herren Kinder,

weil er Kinder so gern mag.

Diese Zeit geht bald vorüber,

doch Klein-Jesu hält gut Schritt.

Weiß nicht viel von Gottes Plänen

geht schon in den Tempel mit.

Manche fragen sich ganz leise

was ist dran an diesem Kind?

Ist es nicht wie alle Kinder,

die hier aus der Gegend sind?

Eine Antwort auf die Frage

gibt allein sein Augenpaar.

Leuchtet heller als zwei Sterne,

überstrahlt den Mars sogar.

Jesus ist nun fast erwachsen

und erfaßt ganz nebenbei,

was es heißt in seinem Leben,

Gottes lieber Sohn zu sein.

Zu den allerersten Taten,

die der Herrgott ihn berief,

ist die Quelle in der Wüste:

Wasser keinen Meter tief.

All die großen Wundertaten

sind der halben Welt bekannt.

Dabei fühlte sich der Heiland

stets den Schwachen zugewandt.

Arme, Reiche, Jung und Alte

sind dem Herrgott wohl bekannt.

Jesus wird als sein Gesandter,

Heilung sein für jedes Land.

 

 

 

Wir sind ein Jugend- und Erwachsenenchor aus Leverkusen und singen Gospels und Spirituals, aber auch Evergreens und Musicalsätze.